Europäische Fachmesse für komplementäre und alternative Medizin
European Trade Fair for complementary and alternative medicine
02. - 03. April 2011 - CCD Congress Center Düsseldorf (Messegelände)
Öffentlicher Protest gegen falsche Gesundheitspolitik !
Im Rahmen der Eröffnungsveranstaltung der CAM – Europäische Fachmesse für komplementäre und integrative Medizin – wurde am Samstag den 27. März 2010 im Düsseldorfer Congress Center in einer Pressekonferenz die Düsseldorfer Erklärung – Initiative ganzheitliche Gesundheitspolitik vorgestellt.
Seit Jahren machen sich die Träger des Deutschen Heilpraktikertages, die EFN European Federation for Naturopathy e.V und die KDH - Kooperation Deutscher Heilpraktikerverbände e.V., u.a. durch Podiumsdiskussionen mit Vertretern der Politik, der Industrie und aus der Heilpraktiker- und Ärzteschaft für den Erhalt der Naturheilkunde, der naturheilkundlichen Arzneimittel, deren Erstattung und den Erhalt naturheilkundlicher Therapien stark.
Das Ziel ist es, gegenüber den gewählten Politikerinnen und Politikern, Fragen zu stellen und entsprechende Forderungen aus der Sicht des Heilpraktikers und der naturheilkundlich orientierten Ärzte zu formulieren.
Aus Sicht des Vorsitzenden der EFN, Heilpraktiker Peter Abels, sind natur-heilkundliche Arzneimittel aus Gründen der fehlenden Erstattung nur finanziell gut gestellten Bevölkerungsschichten möglich. Weniger gut gestellte Bevölkerungsschichten können sich naturheilkundliche bzw. nicht ver-schreibungspflichtige Arzneimittel nicht leisten. Aufgrund dessen gibt es schon einige Arzneimitteltafeln für Bedürftige in Deutschland. Aktuell wird diese Problematik durch das Bundesarbeitsministerium für Hartz IV-Empfänger aufgegriffen. Peter Abels fordert daher eine Versorgung mit naturheilkundlichen Arzneimitteln für alle Bürger. Er weist darauf hin, dass erst nach der Herausnahme naturheilkundlicher Arzneimittel aus der Erstattung im Jahr 2004 die Ausgabenentwicklung der erstattungsfähigen Arzneimitteln explodierten. Eine Wiederaufnahme von naturheilkundlichen Arzneimitteln in die Erstattung von GKV/Beihilfe kann das Gesundheitssystem seiner Meinung nach nachhaltig im Arzneimittelbereich entlasten.
Im Rahmen der Podiumsdiskussion im März 2009 schlug Barbara Steffens, MdL NRW, Bündnis 90/ Die Grünen den Dialog und „den Start eines bundesweiten Bündnisses für den Wechsel im Gesundheitssystem“ vor und lud zu einem Termin im Landtag ein, bei dem gemeinsam überlegt wird, auf welche Plattform sich alle Beteiligten verständigen können. Heike Gebhard, MdL NRW, SPD und Olaf Lehne, MdL NRW, CDU stimmten diesem Vorschlag zu. Die Verbände nahmen diesen Vorschlag gerne an.
Daraus entstand nicht nur die Forderung, die Naturheilkunde komplett wieder in die Erstattung einzugliedern, sondern auch der Gedanke einer ganzheitlichen Gesundheitsversorgung als ein Hinweis darauf, dass das gesamte Gesundheitswesen einer Umstrukturierung bedarf.
Das Ergebnis intensiver Diskussionen im Landtag ist die Düsseldorfer Erklärung - Initiative ganzheitliche Gesundheitspolitik, die der Bevölkerung, zunächst für das Bundesland Nordrhein-Westfalen, ein Instrumentarium an die Hand gibt, sich aktiv für die Belange der Gesundheit einzusetzen. Getragen wird die Erklärung von Dr. Barbara Steffens, MdL NRW (Bündnis90/Die Grünen), Heike Gebhard MdL NRW (SPD), Peter Abels (EFN / KDH), Dr. med. Ellis Huber, Peter Hansen Volkmann (Arzt), Waldemar Radtke (Krankenversicherung), Armin Jacoby (Heel) und Axel Grieben, (H.K.P. Pharma).
Alle Besucher dieser Internetseite haben die Möglichkeit die Intitiative durch das Ausfüllen des unten zu findenden digitalen Forumulars zu unterstützen.
Die sich verändernden Lebens-, Arbeits- und Freizeitbedingungen haben entscheidenden Einfluss auf die Gesundheit. Die Art und Weise, wie eine Gesellschaft die Arbeit, die Arbeitsbedingungen und die Freizeit organisiert, sollte eine Quelle der Gesundheit und nicht der Krankheit sein. Gesundheitsförderung schafft sichere, anregende, befriedigende und angenehme Arbeits - und Lebensbedingungen. Eine systematische Erfassung der gesundheitlichen Folgen unserer sich rasch wandelnden Umwelt - insbesondere in den Bereichen Technologie, Arbeitswelt, Energieproduktion und Stadtentwicklung - ist von essentieller Bedeutung und erfordert aktives Handeln zugunsten der Sicherstellung eines positiven Einflusses auf die Gesundheit der Öffentlichkeit. Jede Strategie zur Gesundheitsförderung muss den Schutz der natürlichen und sozialen Umwelt sowie die Erhaltung der vorhandenen natürlichen Ressourcen mit zu ihrem Thema machen.
(Ottawa-Charta 1986)
1. Gesundheitsvorsorge muss sowohl in eigener als auch in sozialer Verantwortung liegen. Das Verhalten der Bürgerinnen und Bürger ist für ihre Gesundheit ebenso wichtig wie die Verhältnisse unter denen sie leben. Soziale Ausgrenzung und Armut sind heute bedeutsame Gesundheitsgefahren. Deshalb sind soziale Integration, Chancengleicheit, Bildung, gesunde, unbelastete Nahrung und berufliche Teilhabe von entscheidender Bedeutung.
2. Moderne Gesundheitsversorgung muss den Menschen als Individuum anerkennen, vernetzt und über Finanzierungsgrenzen hinweg arbeiten. Berufsständische Rivalitäten sollen durch interdisziplinäre Teams abgelöst werden und regionale Versorgungsnetze sollen die Aufgabe der Gesundheitsförderung in den Städten und Dörfern übernehmen. Der zentrale Ort für die Entwicklung gesunder Lebensräume ist die Kommune. Ziel örtlicher Gesundheitspolitik muss es sein, eine gemeindenahe, leicht zugängliche, gute und vernetzte Versorgung aller Bevölkerungsgruppen in allen Regionen sicherzustellen. Der Mensch soll dabei ganzheitlich betrachtet werden, damit Ursachen behoben statt nur Syptome bekämpft werden.
3. Integrative Medizin zum Wohle der Bevölkerung muss gleichberechtigt auf naturwissenschaftlichen Erkenntnissen und Erfahrungsmedizin basieren. Methoden- und Therapievielfalt müssen dabei berücksichtigt werden. Dabei dürfen schulmedizinische Bewertungsverfahren nicht naturheilkundlichen Verfahren aufgezwungen werden, sondern es sollen eigene Wirksamkeitsnachweise erbracht werden. Es muss sichergestellt werden, dass auch finanziell nicht gut gestellte Bürger und Bürgerinnen in der Gesundheitsversorgung Zugang zu naturheilkundlichen Therapien und Arzneimitteln haben müssen.
4. Der Staat hat die Aufgabe die Rahmenbedingungen für Gesundheitserziehung, Prävention, Kuration, Rehabilitation. Pflege und Finanzierung zu gewährleisten ohne in die individuelle Behandlung einzugreifen. Die Institutionen wie Leistungserbringer, Krankenkassen, Krankenhäuser, Pflegeeinrichtungen sollen in diesem Rahmen Angebote vorhalten. Die informierte Patientin und der informierte Patient müssen sich frei entscheiden können. Die Bürgerinnen und Bürger stehen im Mittelpunkt der Rahmenbedingungen und die Angebote der Institutionen richten sich ausschließlich an den Bedürfnissen der Versicherten aus. Patientenorientierte Anreize fördern dabei Gesundheitsvorsorge und -versorgung.
5. Der Staat muss bei den Ausbildungsgängen in den Gesundheitsberufen sicherstellen, dass die Kompetenzen und das Wissen zu ganzheitlichen Ansätzen vermittelt werden. Naturheilkunde und Komplementärmedizin müssen Eingang in alle schulmedizinischen Ausbildungsgänge finden. Forschungsgelder müssen verstärkt auch für komplementärmedizinische Bereich eingesetzt werden.
Diese Erklärung wird getragen von
Dr. Barbara Steffens MdL NRW (Bündnis90/Die Grünen)
Heike Gebhard MdL NRW (SPD)
Peter Abels, European Federation for Naturopathy e.V. und Kooperation Deutscher
Heilpraktikerverbände e.V.
Dr. med. Ellis Huber
Peter Hansen Volkmann, Arzt
Waldemar Radtke, Mitarbeiter einer Krankenversicherung
Armin Jacoby, Fa Heel
Axel Grieben, H.K.P. Pharma
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